Arbeiterwohlfahrt Büdingen will sich neu aufstellen

Die Arbeiterwohlfahrt Büdingen (Awo) will sich neu aufstellen. Das Hauptanliegen ist es, das »Haus am Dohlberg« zu erhalten und zu modernisieren - und damit weiter dafür Sorge zu tragen, dass es in Büdingen bezahlbaren Wohnraum gibt.
05. Juli 2022
von COM
Christian Knaf hat bereits vor geraumer Zeit ehrenamtlich die Verwaltung der Awo-Wohnlage »Haus am Dohlberg« in Büdingen übernommen. Während der Jahreshauptversammlung des Vereins will er für den Vorsitz kandidieren. FOTO: EICHENAUER

Die Arbeiterwohlfahrt Büdingen (Awo) will sich neu aufstellen. Daher soll während der Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 28. Juli, ein neuer, jüngerer Vorstand gewählt werden.

Der derzeitige Vorsitzende Heinrich Sperl kann die mit dem Amt verbundenen Aufgaben aus Krankheitsgründen nicht mehr wahrnehmen. Deshalb hat Vorstandsmitglied Christian Knaf bereits vor geraumer Zeit ehrenamtlich und interimsweise die Verwaltung der Wohnanlage »Haus am Dohlberg« (Am Nußgraben 38) übernommen, die 17 Wohnungen umfasst.

Alle Wohnungen sind belegt

Wie Knaf im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger berichtet, hat sich bereits eine komplett neue Gruppe gefunden, die Interesse daran hat, den künftigen Vorstand zu bilden. Er selbst will während der Jahreshauptversammlung des rund 50 Mitglieder starken Vereins für den Vorsitz kandidieren. Außerdem würde sich Knaf über weiteren Zuspruch freuen: »Mitstreiter und Helfer sind herzlich willkommen«, sagt er.

Vorsitzender Heinrich Sperl hat die Büdinger Awo in den vergangenen zwölf Jahren nach einigen Turbulenzen wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht. Auch am »Haus am Dohlberg« ist in dieser Zeit einiges getan worden.

Die Wohnanlage zu erhalten sowie nach und nach zu modernisieren, ist der Awo ein Hauptanliegen - »und eine Herzensangelegenheit«, betont Knaf. Der Diplom-Betriebswirt ist schon seit fast 20 Jahren Mitglied des Vereins.

Die Wohnanlage war einst ein Seniorenheim des Wetter-aukreises und wurde vor etwa 30 Jahren von der Awo übernommen, um dort preisgünstige Wohnungen anzubieten. Insgesamt sind es 17, davon hat eine drei Zimmer, vier haben zwei Zimmer, bei den übrigen handelt es sich um Ein-Zimmer-Appartements.

Umgeben ist das Haus von einem über 1000 Quadratmeter großen Areal mit Rasen und Sträuchern, es hat als Treffpunkt einen Seminarraum mit Küche und Terrasse, den kleine Gruppen »für kleines Geld« auch mieten können. Alle Wohnungen sind belegt, seit Jahren schon sei niemand mehr ausgezogen, berichtet Knaf und ergänzt, dass es häufig Anfragen gebe.

»Das Interesse an bezahlbarem Wohnraum ist gerade in diesen Zeiten sehr groß«, stellt er fest.

Hausmeister ist der ehemalige »Krone«-Wirt Jelenko Zrnic, der bereits seit Herbst vergangenen Jahres jede Menge Arbeit in das Haus und auch in die Außenanlage gesteckt hat. »Das läuft super«, betont Knaf. Es gebe immer etwas zu tun, und nach und nach werde das Haus renoviert.

Die Straße »Am Nußgraben«, in der das Awo-Haus steht, ist eine der Top-Wohnlagen in Büdingen. Das könnte bei privaten Investoren durchaus Begehrlichkeiten wecken, wenn die Awo das Haus einmal nicht mehr weiterführen könnte. »Doch das wird nicht der Fall sein. Dieses Haus zu erhalten, das heißt, für preiswertes Wohnen in Büdingen Sorge zu tragen. Das ist uns enorm wichtig«, macht Knaf unmissverständlich deutlich.

Ein weiteres Anliegen der Büdinger Awo ist die Weihnachtsfeier für Senioren in der Willi-Zinnkann-Halle in Kooperation mit der Stadt. Der vorweihnachtliche Kaffeenachmittag soll wiederbelebt werden, wenn es die Pandemielage denn zulässt.

Bereits viele Ideen

»Die Stadt hat ihr Interesse bekundet, wir müssen jedoch abwarten, wie es dieses Jahr in der Adventszeit mit Corona aussieht«, sagt Knaf. Er berichtet, dass der designierte Vorstand bereits viele Ideen habe. »Wir müssen schauen, was wir realisieren können, und hoffen auf weitere Mitstreiter«, betont Knaf.

Die Jahreshauptversammlung findet am Donnerstag, 28. Juli, ab 19 Uhr im Awo-Haus statt. VON MONIKA EICHENAUER